Von der Seidenraupe bis zum Seidenfaden

Seide wird oft zu Recht als Königin der Textilfasern und als Wunder der Natur bezeichnet. Kein anderer natürlicher Textilrohstoff bringt so viele Qualitäten mit. Seide ist fein, glänzend und erfüllt höchste bekleidungsphysiologische Anforderungen. Seidentextilien schaffen ein angenehmes Klima in dem Menschen sich wohl fühlen. Keine andere Textilfaser verbindet modische und edle Aspekte so gut mit aussergewöhnlichem Tragekomfort.

  • Die Geschichte des Seidenspinners

    Der Geburtsort der Seide ist China, wo der Seidenspinner Bombyx mori schon seit ca. 5'000 Jahren heimisch ist. 3’000 Jahre lang hüteten die Chinesen die Kunst der Seidenherstellung wie ein Staatsgeheimnis. Es war unter Todesstrafe verboten, Cocons und Eier über die Grenze zu bringen. So waren Seidenstoffe während vielen Jahrhunderten nur in China zu finden. Um 200 v. Chr. fand die Seidenraupenzucht trotz Verbot ihren Weg nach Korea, Japan, Indien und Persien. Im 4. Jahrhundert n. Chr. kam die Seide schliesslich mit Karawanen nach Zentralasien und im Jahre 552 nach Byzanz, wo sich für sehr lange Zeit der bedeutendste Seidenmarkt etablierte. Etwa im 9. Jahrhundert wurden die Kenntnisse der Seidenzucht durch die Araber nach Sizilien und Spanien gebracht. Ungefähr im Jahr 1'400 n. Chr. wurden in der Lombardei ausgedehnte Maulbeerplantagen angelegt und die Seidenzucht erreichte dort im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Von dort aus verbreitete sich die Seide über den Gotthard auch an den Vierwaltstättersee, wo in Gersau 1730 erstmals Schappeseide verarbeitet wurde.

  • Die Entstehung des Cocons

    Der Maulbeerseidenspinner (Bombyx mori) gehört zur Gattung der Schuppenflügler. Im Frühsommer schlüpft der Schmetterling aus dem Cocon. Kurz darauf erfolgt die Paarung und anschliessend legt das Weibchen bis zu 400 Eier in der Grösse eines Stecknadelkopfes. Die Entwicklung im Ei dauert 12 Tage. Danach schlüpfen Räupchen von 3 mm Länge. Sie eintwickeln einen grossen Appetit auf Maulbeerblätter. Eine ausgewachsene Raupe erreicht nach viermaliger Häutung 9 cm Länge und hat ein Gewicht von 4 Gramm.

    Nach 33 Tagen Entwicklungszeit beginnt sich die erwachsene Raupe in einen Cocon einzuspinnen. Sie scheidet aus ihrer Spinndrüse einen dünnen Seidenfaden aus (Fibroin). Zum Festmachen umgibt sie ihn mit Seidenleim (Sericin). Während 3 Tagen und 3 Nächten legt sie rund 3000 m Seidenfaden um sich. Ein Cocon wiegt je nach Rasse und Aufzuchtbedingungen 1,5 bis 2,5 gr.

  • Rohseide (Haspelseide)

    Wenn die Cocons zur Gewinnung von Rohseide und nicht zur Zucht verwendet werden, muss das Ausschlüpfen des Schmetterlings verhindert werden. Durchbrochene Cocons lassen sich nicht mehr für Rohseide verwenden. Die Cocons werden zuerst im heissen Wasser aufgeweicht und mit Bürsten wird das äussere Ende des Fadens abgelöst und abgewickelt. So kann etwa ein Drittel des insgesamt 3’000 m langen Fadens als Rohseide gewonnen werden. Sieben bis acht Coconfäden werden beim so genannten Abhaspeln zu Grège vereinigt. Man benötigt 5-10 kg Cocons, um 1 kg Rohseide zu erhalten.

  • Seidenkammzug

    Die Reste aus der Rohseidenverarbeitung werden zuerst in einem grossen Bottich bei über 90 Grad Celsius mit heissem Seifenwasser abgekocht (entbastet). Dabei wird der Seidenleim (Sericin) fast vollständig entfernt und es geht bis zu 40% des Gewichts verloren. Übrig bleibt ein feines, weiches und weiss schimmerndes Fasermaterial, welches durch trocknen, klopfen, öffnen und kämmen zu spinnbereiten Kammzügen verarbeitet wird.

  • Schappeseide

    Aufgrund des kostbaren Materials werden alle bei der Gewinnung und Verarbeitung der Rohseide entstehenden Abgänge gesammelt und als Schappeseide verarbeitet. So werden fehlerhafte und durchbrochene Cocons, die äusseren und inneren Coconschichten zur Herstellung des Seidenkammzuges verwendet.

Die Geschichte des Seidenspinners

Der Geburtsort der Seide ist China, wo der Seidenspinner Bombyx mori schon seit ca. 5'000 Jahren heimisch ist. 3’000 Jahre lang hüteten die Chinesen die Kunst der Seidenherstellung wie ein Staatsgeheimnis. Es war unter Todesstrafe verboten, Cocons und Eier über die Grenze zu bringen. So waren Seidenstoffe während vielen Jahrhunderten nur in China zu finden. Um 200 v. Chr. fand die Seidenraupenzucht trotz Verbot ihren Weg nach Korea, Japan, Indien und Persien. Im 4. Jahrhundert n. Chr. kam die Seide schliesslich mit Karawanen nach Zentralasien und im Jahre 552 nach Byzanz, wo sich für sehr lange Zeit der bedeutendste Seidenmarkt etablierte. Etwa im 9. Jahrhundert wurden die Kenntnisse der Seidenzucht durch die Araber nach Sizilien und Spanien gebracht. Ungefähr im Jahr 1'400 n. Chr. wurden in der Lombardei ausgedehnte Maulbeerplantagen angelegt und die Seidenzucht erreichte dort im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Von dort aus verbreitete sich die Seide über den Gotthard auch an den Vierwaltstättersee, wo in Gersau 1730 erstmals Schappeseide verarbeitet wurde.

Die Entstehung des Cocons

Der Maulbeerseidenspinner (Bombyx mori) gehört zur Gattung der Schuppenflügler. Im Frühsommer schlüpft der Schmetterling aus dem Cocon. Kurz darauf erfolgt die Paarung und anschliessend legt das Weibchen bis zu 400 Eier in der Grösse eines Stecknadelkopfes. Die Entwicklung im Ei dauert 12 Tage. Danach schlüpfen Räupchen von 3 mm Länge. Sie eintwickeln einen grossen Appetit auf Maulbeerblätter. Eine ausgewachsene Raupe erreicht nach viermaliger Häutung 9 cm Länge und hat ein Gewicht von 4 Gramm.

Nach 33 Tagen Entwicklungszeit beginnt sich die erwachsene Raupe in einen Cocon einzuspinnen. Sie scheidet aus ihrer Spinndrüse einen dünnen Seidenfaden aus (Fibroin). Zum Festmachen umgibt sie ihn mit Seidenleim (Sericin). Während 3 Tagen und 3 Nächten legt sie rund 3000 m Seidenfaden um sich. Ein Cocon wiegt je nach Rasse und Aufzuchtbedingungen 1,5 bis 2,5 gr.

Rohseide (Haspelseide)

Wenn die Cocons zur Gewinnung von Rohseide und nicht zur Zucht verwendet werden, muss das Ausschlüpfen des Schmetterlings verhindert werden. Durchbrochene Cocons lassen sich nicht mehr für Rohseide verwenden. Die Cocons werden zuerst im heissen Wasser aufgeweicht und mit Bürsten wird das äussere Ende des Fadens abgelöst und abgewickelt. So kann etwa ein Drittel des insgesamt 3’000 m langen Fadens als Rohseide gewonnen werden. Sieben bis acht Coconfäden werden beim so genannten Abhaspeln zu Grège vereinigt. Man benötigt 5-10 kg Cocons, um 1 kg Rohseide zu erhalten.

Seidenkammzug

Die Reste aus der Rohseidenverarbeitung werden zuerst in einem grossen Bottich bei über 90 Grad Celsius mit heissem Seifenwasser abgekocht (entbastet). Dabei wird der Seidenleim (Sericin) fast vollständig entfernt und es geht bis zu 40% des Gewichts verloren. Übrig bleibt ein feines, weiches und weiss schimmerndes Fasermaterial, welches durch trocknen, klopfen, öffnen und kämmen zu spinnbereiten Kammzügen verarbeitet wird.

Schappeseide

Aufgrund des kostbaren Materials werden alle bei der Gewinnung und Verarbeitung der Rohseide entstehenden Abgänge gesammelt und als Schappeseide verarbeitet. So werden fehlerhafte und durchbrochene Cocons, die äusseren und inneren Coconschichten zur Herstellung des Seidenkammzuges verwendet.